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Evangelische Kirchengemeinde St. Leon-Rot

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Den Horizont erweitern - Diakoniepraktikum der Konfirmandinnen und Konfirmanden

Oft wird Konfirmation bzw. Der Konfirmandenunterricht gleichgesetzt mit Auswendiglernen, theoretischer Vorbereitung auf das Leben als Gemeindeglied oder notwendige Pflicht. Daß christliche Werte wie Nächstenliebe oder Solidarität mit den Schwächeren und Ärmeren auch auf praktische Weise vermittelt werden können, war das Ziel des diesjährigen Konfirmandenpraktikums. Hier hatten die Konfirmandinnen und Konfirmanden die Möglichkeit, den eigenen Erfahrungshorizont zu erweitern und Hemmschwellen zu überwinden. Der Titel "Praktikum" zeigt auch, daß der Schwerpunkt nicht auf theoretischer Wissensvermittlung, sondern im praktischen Erleben liegen sollte.

In drei Kleingruppen konnten die Konfirmandinnen und Konfirmanden verschiedene Einrichtungen kennenlernen, die gerade im Konfirmandenalter eher am Rande wahrgenommen werden. Die erste Gruppe beschäftigte sich mit dem Thema "Dritte Welt/Fairer Handel". Unter Betreuung von Frau Gutendorf wurden zunächst einige Informationen über Entwicklungsländer und den meist ungerechten Handel erarbeitet. Ein Besuch beim Dritte-Welt-Laden in Walldorf zeigte dann, daß auch der Einzelne die festgefahrenen Strukturen aufweichen und seinen Beitrag zu einem gerechteren Welthandel beitragen kann. Um die fair gehandelten Produkte einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen und den fairen Handel zu unterstützen, stellte die Gruppe ein Sortiment zusammen, das dann an mehreren Sonntagen im Anschluß an den Gottesdienst verkauft wurde.

Gruppe zwei besuchte in Begleitung von Herrn Kastner die Tom-Mutters-Schule in Wiesloch. Dabei handelt es sich um die Schule der Lebenshilfe Wiesloch für geistig Behinderte, wo mit der schuleigenen Band ein Musikvideo aufgenommen werden sollte. Nicht Beobachten von Behinderten, sondern spielerisches Miteinander und das gegenseitige Annehmen der verschiedenen "Normalitäten" sollte vermittelt werden. Betrachtet man das Ergebnis, wird klar, daß die Filmerei sowohl den Konfirmanden als auch den Behinderten sehr viel Spaß gemacht hat und daß anfängliche Berührungsängste sofort abgebaut waren.

Als drittes Projekt wurde ein Besuch bei der kirchlichen Sozialstation in Begleitung von Marc Kövi und Herrn Höflinger in Hockenheim angeboten. Nachdem Micha Böbel, der Pflegedienstleiter, die verschiedenen Aufgaben erläutert und das Gebäude gezeigt hatte, konnten die Konfirmandinnen und Konfirmanden verschiedene Schwestern bei ihren Hausbesuchen begleiten. Beeindruckend war auch hier das Kennenlernen von Lebenswelten, die sich doch stark von der eigenen jugendlichen Welt unterscheiden.

Die abschließende Auswertungsrunde zeigte, daß das Praktikum allen Spaß gemacht hat und sich im Hinblick auf die gemachten Erfahrungen sehr gelohnt hat. Die angestrebte Horizonterweiterung wurde erreicht und das Praktikum bleibt sicher allen in Erinnerung.

Holger Hitzelberger

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