Zurück zur Übersicht der Berichte
Ferienspaß 2001 - Erlebnisspaziergang im Wald mit Jägern 2.8.2001
Manchmal ist uns das, was uns am nächsten umgibt, am fremdesten. Für viele von uns gehört dazu der Wald. Seit einigen Jahren nehmen 4 Jäger im Rahmen des Ferienspaßes interessierte Kinder mit in die fremde Welt des Waldes, die vor unserer Haustüre liegt.
Vom Treffpunkt Evang. Gemeindehaus aus brachten einige Väter und Mütter 26 Kinder im Alter von 9 - 12 Jahren an den Waldrand gegenüber der Einfahrt zum Industriegebet Rot-Malsch/Bahnhof. Dort auf dem verwunschenen, idyllischen Gelände des Angelsees begann unsere Entdeckungstour.
Bernhard Heinzmann hatte schon zwei seiner Greifvögel auf eine Stange gesetzt, die uns den Rest des Nachmittags begleiten sollten.
Was dann folgte, war im Wesentlichen Natur zum Anfassen. Klar, daß die Jäger einige Informationen über den Wald und seine Tiere gaben. Doch das Wichtigste war wieder einmal, daß die Kinder Natur zum Anfassen erlebten.
Wann hat man schon die Gelegenheit, einen Jagdhund an der Leine zu führen, einen amerikanischen Wüstenbussard und einen Falken auf die eigene Faust zu bekommen und wie ein Falkner ein Stückweit zu tragen? Jedes Kind, das wollte, durfte sich während des Waldspaziergangs den Lederhandschuh überstreifen und Aug' in Auge mit einem der Raubvögel eine Strecke gehen und sich dann wieder ablösen lassen.
Wesentlich kleiner waren die Tiere, die wir in der Nähe eines riesigen Dachsbaues mit zahlreichen Eingängen zu fassen kriegten. In einem ausgetrockneten Bachbett fingen wir Laubfrösche. Als ein Kind den Wunsch äußerte, einen Frosch mit nach Hause in den Garten mitzunehmen, erklärte ihm Herr Heinzmann, daß der Frosch dort nicht bleiben würde, sondern versuchen würde, wieder in sein Revier zurückzukommen.
Nach gut einer Stunde kehrten wir wieder zu unserem Lager am Angelsee zurück, durstig wie nach einer Expedition in den feuchtwarmen Amazonas. Währenddessen brannte auch schon der Holzkohlengrill für das Vesper.
Noch einmal Natur zum Anfassen ermöglichten uns die Jäger mit einer Kiste voller Eintagsküken. Fast automatisch muß man so einen gelben, flauschigen Knäuel in die Hand nehmen und streicheln. Doch gehört auch dies zur Waldwirklichkeit, daß sie alle dazu bestimmt sind, Futter für die Greifvögel zu sein, die nun mal "keine Pizzas und keine Spaghettis" fressen wie Bernhard Heinzmann dazu anmerkte.
Herzlichen Dank an die Jäger: Bernhard Heinzmann, Wolfgang Winkler, Dirk Lüttringhaus und seiner Frau sowie Karlheinz Vetter, die uns wieder in die räumlich nahe und doch fremde Welt des Waldlebens mitgenommen haben.
Johannes Höflinger
