Zurück zur Übersicht der Berichte
{Herodes-Szene aufbauen} {Schild Kamelstall anbringen}
{Vorhang bleibt geschlossen}
{Alle Darsteller Szene 2 + Tänzer hinter die Bühne}
Szene 1: Solo für Kamele 1
{Kamele und Weisen im Mittelgang des Zuschauerraums}
{Scheinwerfer auf die Kamele}
[Orchester: Kamelthema]
{Beide Gruppen gehen zur Musik durch den Mittelgang, dann zur Bühnentreppe. Die Weisen gehen gleich hinter den Vorhang. Die Kamele bleiben auf dem Treppenpodest}
{Wenn die Musik ausklingt rempelt Kamel-1 Kamel-2 an.}
Kamel 1: Aua ! Mann, bist du ein Trampeltier!
Kamel 2: Selber Schuld! Pass' halt besser auf, dass du mir nicht direkt vor die Füße trittst!
Kamel 1: Warum laufen wir hier überhaupt lang?
Kamel 3: Unsere Herren haben einen Stern am Himmel gesehen. Er zeigt den Weg zum neuen König der Juden.
Kamel 1: Woher willst du das wissen ?
Kamel 3: Ich höre eben zu, wenn sich unsere Herren unterhalten. Dir muss man immer alles dreimal erklären.
Kamel 2: Wozu wollen unsere Chefs zu dem neuen König gehen?
Kamel 3: Der mächtige neue König soll der Welt den Frieden bringen. Unsere Herren wollen ihm ihre Ehrerbietung erweisen.
Kamel 2: Was bringt uns das eigentlich?
Kamel 1: Frag' nicht so dumm und pass' auf, dass dein Gepäck nicht wieder 'runterfällt!
Kamel 3: Schaut, dort ist ein Palast. Da werden unsere Herren sicher um Einlass bitten!
Kamel 2: {weist auf das Schild} Und hier ist der Kamelstall. Lasst uns mal fragen, ob es hier was zu fressen gibt.
{Die Kamele gehen in den Stall}
Szene 2: In Herodes Palast
{Vorhang auf}
{Im Palast bei Herodes. Herodes sitzt auf seinem Thron. Eine Dienerin tritt zu Herodes}
Dienerin: Herodes, mein König. Es tut mir leid, euch stören zu müssen, aber draußen warten Bittsteller und drei Reisende aus dem Morgenland. Wollt ihr sie empfangen ?
Herodes: {etwas genervt} Meinetwegen. Lasst die Herren herein und führt zuerst die Bittsteller vor. Das könnte amüsant werden.
Dienerin: Sehr wohl mein Herr. {zu den Wachen} Schickt die Bittsteller herein.
{Die Bittsteller und die 3 Weise treten ein}
Bittsteller 1/2: Sei gegrüßt edler Herodes.
Herodes: Was gibt es so wichtiges. Sprecht rasch. Meine Zeit ist kostbar.
Bittsteller 1: Mein Herr, ich weiß nicht, wie ich meine Familie durch den Winter bringen soll. Die Ernte in diesem Jahr wurde von seinen {zeigt auf den anderen Bittsteller} Schafen gefressen und nun haben wir nicht genug Vorräte für den Winter.
Bittsteller 2: Er lügt mein König. Er hat zwei meiner Schafe geraubt und das ohne jeden Grund.
Bittsteller 1: Ohne Grund? Ich habe sie in meinem Weizenfeld erwischt, also ist es nur recht, dass ich sie behalte, wenn du nicht auf deine Schafe aufpassen kannst.
Bittsteller 2: Ich kann meine Schafe doch nicht anbinden. Dann mach eben einen Zaun um deine Felder.
Bittsteller 1: Von welchem Geld denn ?
Herodes: {zornig} Es reicht! Ich habe genug gehört. Du {zeigt auf den 1.} darfst ein Schaf als Schadenersatz behalten. Das andere gibst du ihm {zeigt auf den 2.} zurück. Und in Zukunft passt ihr besser auf eure Schafe und Felder auf. Ihr dürft gehen.
{1.+2. Bittsteller: gehen verstimmt unter Verbeugungen von der Bühne}
Herodes: Dieses Urteil ist gerecht. Und das Beste ist: Es kostet mich nichts.
Dienerin: Der nächste !
Herodes: Und was ist mit dir?
Bittstellerin: Mein König, ich brauche eure Genehmigung um mein Grundstück zu erweitern, denn wir erwarten unser viertes Kind und haben keinen Platz mehr in unserem Haus.
Herodes: Ihr wollt noch mehr Platz? Das ist also der Dank für meine Großzügigkeit. Ich habe euch schon für euer drittes Kind ein Grundstück dazu gegeben.
Bittstellerin: Aber das war doch winzig klein. Bitte bitte helft uns doch. Wir haben unsere Steuern doch immer pünktlich bezahlt.
Herodes: Nein habe ich gesagt !!
Bittstellerin: Wie könnt ihr nur so hartherzig sein.
Dienerin: Frau, hüte deine Zunge.
Herodes: Wie ihr eure Kinder unterbringt kann nicht meine Sorge sein. Und nun: verschwinde.
{Bittstellerin geht niedergeschlagen aus dem Saal}
Dienerin: Mein König. Die ehrenwerte Ministerin Johanna bittet um eure Aufmerksamkeit.
Herodes: Meine liebe Freundin. Was kann ich für dich tun.
Ministerin: Mein Gebieter. Dieses Jahr habe ich eurer Schatzkammer 20 Prozent mehr Einnahmen verschafft, indem ich 5 neue Steuern erfunden habe. Es war nicht einfach dem niederen Volk noch mehr Geld abzunehmen, aber meine Eintreiber sind hart vorgegangen.
Herodes: Das nenne ich mal eine gute Nachricht. Dafür habt ihr eine Belohnung verdient. {zur Dienerin} Bringt der werten Ministerin 3 Beutel Gold aus meiner Schatzkammer. {zur Ministerin} Nun setzt euch und seid mein Gast.
Ministerin: Ich danke euch.
{Ministerin geht und setzt sich}
Herodes: Dienerin ? Was gibt es sonst noch ?
Dienerin: Hier sind noch drei Weise, die mit euch sprechen möchten.
{Herodes macht eine einladende Geste}
{Dienerin zu den Weisen} Tretet näher.
Kaspar: Sei gegrüßt Herodes. Wir kommen aus dem Morgenland.
Melchior: Wir haben seinen Stern gesehen und sind ihm gefolgt.
Balthasar: Es steht geschrieben, dass der Stern den Weg zum neugeborene König der Juden führt ? Wo ist er. Wir sind gekommen, ihn anzubeten.
Herodes: {aufgeregt} Ihr müsst euch irren. Hier gibt es nur einen König und der bin ich.
Kaspar: Aber die Schriften und das Zeichen, das wir gesehen haben sind eindeutig.
Herodes: {zur Dienerin} Ruft nach Hanna, meiner Schriftgelehrten. Sie ist die klügste Frau an meinem Hof. Ich muss mich mit ihr beraten. {zu den Weisen} In der Zwischenzeit nehmt Platz und vergnügt euch. Schickt die Tänzer herein sie sollen uns mit einem Tanz erheitern.
Dienerin: Sehr wohl. Schickt die Tänzer herein!
[Musik von CD] [1] [Fechter- und Hofdamentanz]
{Danach trifft Hanna ein}
Herodes: Nun, diese Männer behaupten, dass der neue König der Juden geboren sei. Was könnt ihr mir dazu sagen ?
Hanna: Ich habe die heilige Schrift dazu befragt und folgendes gefunden: Im Buch Moses steht: Es wird ein Stern aufgehen. Und das Buch Micha sagt, dass der neue König in Bethlehem geboren wird
{Sie entrollt eine Schriftrolle und liest daraus}
Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.
Herodes: Ich danke euch, ihr dürft euch zurückziehen.
{Herodes geht zu den 3 Weisen}
Meine Schriftgelehrte sagt, dass das Kind in Bethlehem in Judäa geboren wird. Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihrs findet, so sagt es mir, dass auch ich komme und es ..ääh... anbete.
{Vorhang zu}
{Umbau} {Schild Kamelstall entfernen} {Eine Stellwand mit Landschaft bespannen}
{Hirten, Musikanten hinter die Bühne}
Szene 3: Solo für Kamele 2
{Vorhang auf}
{Kamele und Weisen kommen von der linken Seite}
Kamel 1: Endlich geht die Reise weiter!
Kamel 2: Hoffentlich finden unsere Herren jetzt den richtigen Weg.
Kamel 3: Habt ihr gesehen? In dem Stall beim Palast gab es goldene Futtertröge.
Kamel 1: Aus einem einfachen Eimer schmeckt mir das Heu aber besser.
Szene 4: Begegnung mit den Hirten
{Hirten kommen von der rechten Seite}
Kaspar: Ich hatte fest geglaubt, dass ein neuer König in einem Palast geboren sein müsste.
Melchior: In diesem Palast benimmt sich der König aber nicht sehr fein Er lebt in Saus und Braus, und wer nicht absolut gehorsam die volle Leistung bringt ist seines Lebens nicht sicher.
Balthasar: Es ist halt nicht alles Gold, was glänzt.
Kaspar: Da kommt eine große Schar von Leuten.
Melchior: Die sehen aus wie arme Leute vom Land.
[Musikeinlage Maria]
Balthasar: Sie klingen so fröhlich, als kämen sie von einem Fest.
Kaspar: Guten Tag, ihr Leute!
Hirte 4: Seid gegrüßt, ihr edlen Herren!
Melchior: Sagt, ihr lustigen Leute, wisst ihr, wo hier in der Nähe ein Kind geboren ist? Es soll einst zu einem mächtigen Herrscher werden?
Hirte 1: Hinter diesen Hügeln, noch vor der Stadt Bethlehem haben wir ein Kind gesehen.
Hirte 2: Es lag in einer Futterkrippe in einem alten Viehstall.
Hirte 3: Es war in weiße Windeln gewickelt.
Hirte 1: Bei ihm waren seine Mutter Maria und ihr Mann Josef. Ganz einfache Leute, wie es schien.
Hirte 4: Uns haben es Engel verkündet: Der Heiland ist geboren!
Hirte 5: Sie lobten Gott und waren voller Freude, so wie wir jetzt.
Hirte 2: Ich bin sicher: Das ist ganz bestimmt das Kind, das ihr sucht.
Hirte 3: Auf geht’s Hirtenvolk! Singt und spielt! Freut Euch mit uns!
[Bühnenmusik und Orchester. Gemeinde singt mit: Ihr Kinderlein kommet!]
{Die 2. Stellwand schon mal mit Stall bespannen für Szene 7}
Balthasar: Habt Dank, ihr Leute. Wir wollen nun auch weiterziehen, damit wir das Kind bald finden und ihm unsere Aufwartung machen.
Hirte 1: Geht noch bis kurz vor Bethlehem, dann am Kreisel die rechte Anhöhe hinauf. Dann werdet ihr den alten Stall schon von weitem sehen.
Kaspar: Danke, nun werden wir es sicher ohne Umwege finden.
{Das Landvolk zieht nach links weiter. Die Weisen nach rechts.}
Szene 5: Solo für Kamele 3
{Kamele in der Bühnenmitte}
Kamel 1: Der Spur dieser Leute folge ich gerne.
Kamel 2: Ich auch. Sie riechen so gut nach Heu.
Kamel 1: Und nach Schafen.
Kamel 3: Super! Ich liebe Stallgeruch!
{Kamele gehen nach rechts ab}
{Vorhang zu}
{Engel hinter die Bühne}
[Orchester: Oh Bethlehem du kleine Stadt]
{Stellwand Landschaft nach links. Baum auf die Bühne}
Szene 6: Der Traum der 3 Weisen
{Vorhang auf}
{Kamele am Bühnenrand. Die Weisen in der Mitte.}
Balthasar: Jetzt sind wir aber weit gelaufen. Lasst uns ein wenig rasten.
{Er gähnt und reckt sich}
Melchior: Ja. Setzen wir uns ein wenig in den Schatten.
{Balthasar holt eine Decke von seinem Kamel und breitet sie aus. Alle Weisen setzen sich}
{Die Kamele gehen nach links in den Hintergrund}
Kaspar: Wir können alle eine kleine Rast vertagen. Wenn ich es mir so recht überlege, Freunde, diesen armen Hirten traue ich mehr als all den klugen und eingebildeten Leuten am Hof von Herodes.
Balthasar: Ja, bei den Leuten im Palast fühlte ich mich auch nicht richtig wohl.
Melchior: Liebe Freunde, ich bin müde. Ich werde mal kurz die Augen zu machen.
Kaspar: Das ist eine gute Idee.
{Die Weisen legen sich hin}
{Das Licht wird dunkler. Scheinwerfer in Bühnenmitte}
[Musik von CD] [2] {Tanz der Engel}
{Licht wird wieder heller}
{Die 3 Weisen erwachen und schauen sich an}
Balthasar: Jetzt bin ich doch tatsächlich eingeschlafen und dabei hatte ich einen eigenartigen Traum. Ich hörte eine Stimme, die sprach zu mir: „Geh nicht nach Jerusalem zurück! Wählt einen anderen Weg für eure Heimreise!
Melchior: Seltsam, ich hatte den selben Traum und ich fühlte, dass es Gottes Stimme war.
Kaspar: Ich finde, wir sollten auf diese Stimme hören. Was meint ihr dazu ?
Melchior und Balthasar: Damit bin ich sofort einverstanden!
Kamel 1: Ich auch!
Kamel 2: Ich auch!
Kamel 3: Ich auch!
{Vorhang ZU}
{Umbau Stallszene: Stellwand 1 zum Stall umdekorieren}
{Maria und Josef auf die Bühne}
[Orchester: „Freu' dich Erd und Sternenzelt“]
Szene 7: Im Stall von Bethlehem
{Vorhang auf}
{Stall auf der rechten Bühnenhälfte. Maria, Josef an der Krippe.}
{Die drei Weisen + Kamele kommen von links.}
Kaspar: Lasst uns weitergehen. Ich bin so gespannt.
Balthasar: Schaut mal, man kann den Stern wieder sehen! Folgen wir ihm.
Melchior: Ein ganz anderer König muss das sein, als wir erwartet haben.
Kaspar: Sieh nur, dort ist der Stall, und ganz genau da steht der Stern!
Balthasar: Habt ihr Eure Geschenke bereit?
{Jeder geht zu seinem Kamel und holt einen Beutel}
Melchior: In diesem Beutel ist das Gold.
Balthasar: Hier ist der Weihrauch!
Kaspar: Und ich habe Myrrhe. Ich glaube, wir sind am Ziel!
{Die Weisen treten vor}
Melchior: Da ist er! Das muss der neugeborene König sein!
{Josef steht auf}
Josef: Wer seid ihr?
Balthasar: Wir sind Sternenforscher aus Mesopotamien.
Josef: Tretet näher!
{Maria steht auf}
Maria: Josef, was haben wir für vornehme Gäste?
{Die Weisen gehen einzeln zur Krippe, übergeben ihre Geschenke und fallen auf die Knie}
Melchior: Mein Geschenk ist Gold für den neuen König!
Balthasar: Mein Geschenk ist Weihrauch, denn ich spüre: Du bist Gottes Sohn!
Kaspar: Ich habe Myrrhe für dich, weil du heilig bist.
{Kaspar geht etwas vor}
[Lied auf der Bühne {Juliane}: Ich steh an deiner Krippe]
Josef: Habt recht vielen Dank für Eure Geschenke.
Maria: Gott wird euch segnen, weil ihr den weiten Weg zu uns gekommen seid!
Kaspar: Gott hat uns den Weg zu Euch gewiesen.
Melchior: Wir konnten gar nicht anders.
{Balthasar geht vor zum Bühnenrand}
Balthasar: Ja, wir haben seine Stimme gehört. Wahrhaftig, dieses Kind ist Gottes Sohn. Das können wir vor aller Welt bezeugen!
Ende
{SchlussVorhang}
