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Alle Jahre wieder findet am 24. Dezember nachmittags im Harres das große Krippenspiel der evangelischen Christusgemeinde St. Leon-Rot statt. Vor mehr als zehn Jahren wich man damals aus dem kleinen Kirchsaal in der Friedensstraße aus, um mehr Gottesdiensbesuchern die Möglichkeit zu geben, an Heiligabend mit ihren Familien einen kindgemäßen Gottesdienst zu feiern. Schon beim allerersten Krippenspielgottesdienst wurden die Erwartungen, was die Zahl der Gottesdienstbesucher angeht, weit übertroffen. Das Krippenspiel ist, besonders für die Kinder der Gemeinde, eines der wichtigsten Ereignisse im Kirchenjahr geworden. Auch in der seit Jahren fertig gebauten neuen Kirche wäre für die zahlreichen Besucher am Krippenspielgottesdienst bei Weitem nicht genügend Platz, so dass der Festsaal des Harres nach wie vor gebraucht wird. Für viele Kinder ist ihre Mitwirkung im Krippenspiel der erste Kontakt, den sie mit ihrer religiösen Gemeinde haben. Hier tragen die Kinder selbst die Verantwortung für die Verkündigung der Weihnachtsbotschaft. Es war und ist eines der Grundprinzipien des Krippenspielteams, jedem Kind, das bereit ist mitzumachen, eine Aufgabe zu übertragen. So ist es möglich, dass Kinder vom Kindergartenalter bis zu Konfirmanden auf der Bühne und Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene bei der Technik, im Orchester oder hinter der Bühne gemeinsam agieren. Seit nun acht Jahren wird dafür -meist von einem Autorenteam- ein eigenes neues Bühnenstück rund um die Weihnachtsgeschichte geschrieben, das dann aktuell und genau auf die kleinen Schauspieler zugeschnitten wird. In diesem Jahr haben Maria Bierwald und Doris Vielsack den Text verfasst.
Das Krippenspiel 2009 hatte den Titel "Frieden auf Erden". Es handelt von drei Kindern, die am Heiligen Abend nach einem Streit mit ihren Eltern mit einer Zeitmaschinen-Spielkonsole nach Bethlehem reisen. Hier erleben sie, wie auch in Bethlehem die Menschen miteinander in Streit geraten. Da gibt es Stadtbewohner, die aus der Not der Menschen, die zur Volkszählung anreisen müssen, ein einträgliches Geschäft machen. Die Hirten geraten in Streit um ihre nicht ganz leistungsgerechte Bezahlung. Die Wirtsleute haben, wie immer, kein Bett mehr frei und selbst bei Maria und Josef geht nicht alles ganz friedlich ab. Nur die herzig tanzenden kleinen Schäfchen und die strahlenden Engel haben keinen Streit miteinander. Schließlich treffen Alle an der Krippe zusammen und lernen, dass Gott als kleines, hilfloses Kind auf die Welt gekommen ist, um ein Mensch zu werden und der Welt Frieden und Erlösung zu bringen. Pfarrerin Wendler ging in ihrer Ansprache auf dieses Thema genauer ein. Sie bedankte sich im Namen der Gemeinde für das gezeigte Engagement: Nach wochenlanger Vorbereitung agierten mehr als 30 Kinder als SchauspielerInnen und TänzerInnen auf der Bühne. 26 MusikerInnen zwischen 8 und 65 Jahren musizierten gemeinsam im Heiligabendorchester und etwa 20 Helferinnen und Helfer kümmerten sich um technische Ausstattung und Abläufe und die Betreuung der aufgeregten Künstlerinnen und Künstler. Herzlichen Dank sei gesagt, an alle, die Kraft und Zeit investiert haben, um zum Gelingen dieses schönen Gottesdienstes beizutragen.
Maria Bierwald
