Eine kurze Beschreibung unserer Christuskirche
Die neue und gemeinsame Ortsmitte der Ortsteile St. Leon und Rot bekommt immer mehr ein Gesicht. Das freie Feld dazwischen wird immer mehr zu einem Platz, wo sich Leben abspielt. Eng beieinander finden sich: Sport, Vereinsleben, Kultur im Harres, die Gemeindeverwaltung und der Sitz der Ortspolitik im Rathaus und jetzt eine Kirche.
Sie ist ein Zeichen
dafür, dass „der Mensch nicht nur vom Brot allein lebt“,
wie Jesus einmal sagte. Ein Zeichen dafür, dass der Mensch nicht
ausschließlich von den natürlichen Bedürfnissen des
Lebens bestimmt sein soll, sondern eine höhere Berufung hat.
Jeder ist zu höherem berufen. Jeder ist dazu aufgerufen, sein
Leben im Angesicht Gottes zu leben.
Ein Kirchengebäude
erinnert durch sein bloßes Dastehen an diese wesentliche
Dimension des Lebens.
Unsere evangelische Kirche hat die
Grundform eines Achtecks also fast die eines Kreises.
Architektonisches bezeichnet man solch
einen Grundriss als Zentralbau.
Wesentlich verbreiteter ist der Typ des
sogenannten Langhauses, das ein langgestrecktes Rechteck, oft
auch als Kreuzform abbildet.
Bei der Wahl des Grundrisses einer
Kirche geht es nicht nur um Geschmacksfragen oder
Nützlichkeitserwägungen.
Der Grundriss sagt etwas über das
Gottesdienstverständnis.
Der Kirchbau sagt etwas über den
Gemeindebau, also das Bild nach dem sich Gemeindeleben ordnet und
entfaltet.
In der Regel muß man als Gemeinde mit den baulichen Entscheidungen früherer Generationen leben. Wir hatten das Jahrhundertglück, das, was wir glauben, baulich abbilden zu können.
Wer in den Kirchenraum hineingeht, der tritt unter ein großes Dach. Starke Balken und viel warmes Holz. Die massive Decke bietet Schutz und Geborgenheit.
Kommen wir nicht darum in den
Kirchenraum, um Geborgenheit zu spüren, um uns gut aufgehoben zu
wissen und so gestärkt es erneut mit den Unsicherheiten des
Lebens aufzunehmen?
„Wer unter dem Schirm des
Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen
bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.“(Psalm 91,1+2).
Die Besucher sind eingeladen, sich
dazuzusetzen in den Halbkreis der Plätze. Man darf sich
einreihen.
Der Blick geht nach vorne zum Altar,
der Kanzel, dem Ambo (Lesepult).
Stumm stehen sie da und warten. Sie
schüren die Erwartung, dass an ihnen etwas passiert, dass von
ihnen etwas ausgeht.
Zu dem Gefühl, das wir in den
Kirchenraum mitbringen, zu dem Gefühl, das dieser Raum in uns
auslöst, kommen Worte. Nein die Kirche ist nicht nur ein Ort, wo
man zur Ruhe kommen kann, Augenblicke der Stille findet.
Die Stille wird durchbrochen von
Worten: den Worten andere - und ich merke, dass ich nicht allein auf
der Welt bin; von meinen Worten - ich fasse meine Gefühle in
Worte, die Dankbarkeit, die Minderwertigkeitsgefühle, die
Schuld- und Angstgefühle, die Wünsche und Bitten.
Und nicht zuletzt vom Wort Gottes. Auch wenn es Menschenmund liest und auslegt, so warten wir doch auf sein Wort.
Das Licht kommt von oben.
Dort haben wir ein Fenster, eine
Lichtkuppel gemacht, damit das Licht zu uns herein-, auf uns
herabfällt. Unser Licht kommt von außen. In diesem Licht
gewinnen wir immer wieder als Christengemeinde unsere
Lebensperspektive.
Man kann sagen: als Gemeinde sind wir eine Gruppe von Frauen und Männern, Kindern und Erwachsener, die sich um eine Mitte versammelt, deren Licht von oben kommt.
Keine Kirche ohne Räume für das Gemeindeleben: für Mutter- Kindgruppe und Seniorenkreis, für Haus Mathildekreis und Konfirmandenunterricht, für Kindergottesdienst und Mitarbeiterbesprechungen, für Jungstreff und für Kirchengemeinderat.
Christsein heißt Hören und Tun, sich beschenken, ja dienen zu lassen und selber seine Gaben nach Möglichkeit einzubringen. Das braucht Raum, auch umbauten Raum. So ist ein Kirchenzentrum entstanden mit vier, zum Teil sehr unterschiedlichen Räumen, einer großzügigen Küche und angenehmen Toiletten.
Die christliche Kirche ist ein sehr
alter „Betrieb“.
Er führt viel Vergangenheit mit
sich und richtet diese immer wieder neu für die Gegenwart neu
ein. Das ist in der Liturgie des Gottesdienstes so, dessen älteste
Teile - die Psalmen etwa - bis zu dreitausend Jahre alt sind.
Das drückt sich auch in der
Bausubstanz des neuen Kirchenzentrums aus.
Der Fertigbaugemeindesaal, der zwanzig
Jahre in der Rosenstrasse der Raum für den evangelischen
Gottesdienst war - und für vieles mehr -, findet grundlegend
saniert und umgestaltet als Gemeindehaus neben der Kirche eine neue
Verwendung.
Und dazwischen liegt das Foyer
als Bindeglied zwischen alt und neu, Gottesdienst und Gemeindeleben,
Hören und Tun, groß genug, um sich über den Weg zu
laufen oder beieinander stehen zu bleiben, ein heller, freundlicher
Empfangsraum, der die Botschaft ausstrahlt:
„Herzlich willkommen“.
